Weimar im Zeichen der Baustoffforschung - Rückblicke ibausil 2026
Forschung, Innovation, Transfer...
Impulse für das Bauen von morgen...
Vom 16. bis 18. September 2026 stand Weimar ganz im Zeichen der Baustoffforschung. Die 22. Internationale Baustofftagung ibausil brachte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Fachleute aus Wirtschaft und Praxis zusammen, um aktuelle Forschungsergebnisse vorzustellen, neue Entwicklungen zu diskutieren und den fachlichen Austausch über die Zukunft des Bauens zu fördern.
Die vom F. A. Finger-Institut für Baustoffkunde (FIB) der Bauhaus-Universität Weimar ausgerichtete Tagung widmete sich mit mehr als 300 Vorträgen und Posterpräsentationen einem breiten Spektrum aktueller Fragestellungen – von anorganischen Bindemitteln, Beton und Betondauerhaftigkeit über Recycling und Kreislaufwirtschaft bis hin zu Baustoffen für Wand, Decke und Boden sowie innovativen Start-ups.
Auch viele unserer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler trugen mit ihren Forschungsarbeiten aktiv zur Gestaltung des Tagungsprogramms bei. Die vorgestellten Themen spiegelten dabei die große Bandbreite unserer Forschung wider – von der Kreislaufführung mineralischer Baustoffe und digitalen Analyseverfahren über ressourcen- und klimaschonende Gipsbaustoffe und innovative Betone bis zum nachhaltigen Bauen mit Lehm.
Einen besonderen Schwerpunkt der MFPA-Beiträge bildeten die Kreislaufwirtschaft und das Recycling mineralischer Baustoffe. Dabei standen sowohl neue Konzepte für kreislauffähige Konstruktionen und die Wiederverwendung von Baustoffen als auch digitale Verfahren zur Analyse und Charakterisierung von Recyclingmaterialien im Mittelpunkt.
- Entwicklung eines trennbaren Mauerwerkes aus großformatigen Planhochlochziegeln durch die textile Modifikation der Mörtelfuge
MFPA-Team: Alexander Freyburg, H. Dreuse, T. Grützner, M. Sulze, S. Helbig, M. Krüger
Partner: H. Pfaff, M. (MAXIT Baustoffwerke GmbH Krölpa), Huschenbeth (Denkmalpflege Mühlhausen Huschenbeth GmbH & Co. KG) - Optische Analyse von Mauerwerkbruch mithilfe von maschinellem Lernen
MFPA-Team: Elske Linß, J. Walz - Einfluss der Fließmittelzugabe und der Vorsättigung rezyklierter Gesteinskörnungen auf die Mikrostruktur und die mikromechanischen Eigenschaften von R-Beton
MFPA-Team: Feng Li, E. Linß,
Partner: F. Kleiner, C. Rößler, L. Göbel (FIB, Bauhaus-Universität Weimar) - Optisches Verfahren zur Erkennung der stofflichen Zusammensetzung rezyklierter Gesteinskörnungen mittels multispektraler Sensorik
MFPA-Team: Ina Reichert, J. Walz, E. Linß,
Partner: L. Wunsch, G. Notni (TU Ilmenau) - Ziegel- und tonhaltige Recyclingbaustoffe leisten Beitrag zu Kreislaufwirtschaft, Ressourcenschonung und Klimaschutz
Partner: Katrin Severins, N. Gula, A. Winkel, N. Gross, S. Kresser, S. Eibl, L. Wunsch, G. Notni (TU Ilmenau)
MFPA-Team: E. Linß, J. Walz, I. Reichert - Schließen von Kreisläufen in der Baustoffindustrie: Eine GIS-basierte Onlineplattform für Sekundärrohstoffe
MFPA-Team: Sabine Schmidt, E. Linß,
Partner: F. Kleiner, A. Schnell, A. Lipowsky (FIB, Bauhaus-Universität Weimar)
Auch die Forschung zu calciumsulfatgebundenen Baustoffen war im Tagungsprogramm vertreten. Im Fokus standen ressourcen- und klimaschonende Materialkonzepte sowie neue Verbundelemente und deren praktische Anwendung.
- Ressourcen- und Klimaschonung mit calciumsulfatgebundenen Baustoffen – Beispiele aus der praxisnahen Forschung
MFPA-Team: Saskia Nowak, A. Böcker, H. Dreuse - Verbundelemente aus Textil und Schaumgips – Materialentwicklung, Design und praktische Anwendung
MFPA-Team: Heike Dreuse, S. Nowak
Partner: H. Schaarschmidt, R. Röder, P. Erth, J. Gaudlitz-Holz
Einige Beiträge widmeten sich der Entwicklung und Charakterisierung neuer Materialkonzepte für Mörtel und Beton sowie den Potenzialen funktionaler Materialien für zukünftige Betonkonstruktionen.
- Investigating the Influence of Shell Material and Size of Capsules and Beads on Mortar Properties
MFPA: Timon Echt
Partnerin: L. Göbel (FIB, Bauhaus-Universität Weimar) - StimuCrete – New horizons for concrete structures through stimuli-responsive materials
Partner: P. Heik, N. Koch, F. Ehle, T. Wiegand, Luise Göbel (FIB, Bauhaus-Universität Weimar)
MFPA: T. Echt
Auch der Lehmbau bildete einen wichtigen Bestandteil der wissenschaftlichen Beiträge. Im Mittelpunkt standen sowohl das Brandverhalten von tragendem Lehmsteinmauerwerk als auch biomimetische Ansätze für dauerhafte Konstruktionen aus lokal verfügbaren Lehmbaustoffen.
- Feuerwiderstand von tragendem Lehmsteinmauerwerk: Einfluss von Steifigkeit und Feuchtetransportprozessen
MFPA-Team: Claudia Zauke, A. Tretau, V. Heurtel - How to build durable cathedrals from local clay? A biomimetic study of termite mounds
Partner: Julian Sartori, T. Müller, Buček, H.-M. Ludwig (FIB, Bauhaus-Universität Weimar)
MFPA-Team: C. Liebrich, S. Planze, S. Bredau, A.
Auch in der begleitenden Posterausstellung der ibausil war die MFPA vertreten und präsentierte gemeinsam mit einem Partner Ergebnisse bauwerksdiagnostischer Untersuchungen an Brückenbauwerken:
- Ein Dutzend Brücken unter AKR-Verdacht – Ergebnisse bauwerksdiagnostischer Untersuchungen
MFPA-Team: S. Weisheit, Wolfram Kämpfer
Partner: S. Küster (Landesstraßenbaubehörde Sachsen-Anhalt)
Im Mittelpunkt standen Untersuchungen an zwölf Brückenbauwerken mit Verdacht auf eine schädigende Alkali-Kieselsäure-Reaktion (AKR). Dabei wurden Untersuchungen vor Ort mit verschiedenen Laborverfahren sowie Untersuchungen zum Restreaktionspotenzial kombiniert.
Gemeinsam Forschung für die Zukunft des Bauens gestalten
Die Vielfalt der Beiträge machte deutlich, wie eng aktuelle Fragestellungen der Baustoffforschung miteinander verbunden sind: Ressourceneffizienz, Kreislaufwirtschaft, Digitalisierung, innovative Materialentwicklungen und die Nutzung nachhaltiger Baustoffe sind wesentliche Bausteine auf dem Weg zu einem zukunftsfähigen Bauen.
Gleichzeitig unterstrich die ibausil die Bedeutung des Forschungsstandorts Weimar. Gemeinsam mit dem F. A. Finger-Institut für Baustoffkunde und dem IAB Weimar bündelt die MFPA im Thüringer Innovationszentrum für die Zukunft des Bauens (ThIZ-BAU) Kompetenzen von der Grundlagenforschung über die anwendungsorientierte Forschung bis hin zum Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Praxis.
Die ibausil bot damit nicht nur eine internationale Plattform für aktuelle Forschungsergebnisse, sondern machte zugleich die vielfältigen Kompetenzen und die enge Zusammenarbeit am Forschungsstandort Weimar sichtbar.
Wir bedanken uns herzlich beim F. A. Finger-Institut für Baustoffkunde und der Bauhaus Weiterbildungsakademie Weimar (WBA) für die Organisation der 22. ibausil sowie unserem MFPA-Team für drei intensive Tage mit wissenschaftlichem Austausch, neuen Impulsen und wertvoller Vernetzung.
