Eine Million Euro für die Bauforschung in Thüringen: Erstes DFZ-Bau-Projekt startet in Weimar
Ein starkes Signal für die Bauforschung am Standort Weimar: Bundesbauministerin Verena Hubertz überreichte am 25. September 2026 in Berlin die Fördermittel für die ersten Forschungsvorhaben des neu gegründeten Deutschen Forschungszentrums für zukunftsfähiges Bauen (DFZ Bau). Für Thüringen nahmen Ministerpräsident Mario Voigt, Prof. Peter Benz, Präsident der Bauhaus-Universität Weimar, und Robert Fetter, Geschäftsführer des IAB – Institut für Angewandte Bauforschung Weimar, die Förderzusage entgegen.
Rund eine Million Euro Bundesförderung fließen in das Thüringer Pilotprojekt. Beteiligt sind die Bauhaus-Universität Weimar mit dem F.A. Finger-Institut für Baustoffkunde (FIB), die IAB – Institut für Angewandte Bauforschung Weimar und die MFPA Weimar und sowie Industriepartner. Ergänzt wird die Förderung durch Eigenanteile der beteiligten Unternehmen.
Das Vorhaben hat für den Forschungsstandort Weimar besondere Bedeutung: Es ist das erste Projekt, das im Rahmen des neu gegründeten DFZ Bau umgesetzt wird.
Bauen im Bestand als Forschungs- und Praxisfeld
Wie lassen sich bestehende Gebäude klimaneutraler, energieeffizienter und resilienter weiterentwickeln? Genau hier setzt das neue Forschungsvorhaben an.
Ab Oktober 2026 werden gemeinsam mit der Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) Thüringen innovative Lösungen für das Bauen im Bestand an realen Gebäuden in Erfurt und Gotha erprobt. Im Mittelpunkt stehen die digitale Bestandserfassung und Building Information Modeling (BIM), die Wiederverwendung und das Recycling von Baustoffen sowie der Einsatz neuer klimaneutraler und nachwachsender Materialien.
Mithilfe digitaler Technologien soll zunächst der Zustand der Gebäude automatisiert erfasst und in digitale Gebäudemodelle überführt werden. Auf dieser Grundlage können Umbau- und Sanierungsprozesse computergestützt geplant werden.
Gleichzeitig rückt die Kreislaufwirtschaft in den Fokus: Beim Umbau anfallende Baustoffe sollen möglichst vor Ort recycelt und Abbruchmaterialien als Ersatzbaustoffe für den Wohnungsbau und die energetische Sanierung eingesetzt werden.
ThIZ-BAU bündelt die Kompetenzen am Standort Weimar
Das Thüringer Innovationszentrum für die Zukunft des Bauens (ThIZ-BAU) verbindet am Standort Weimar die Kompetenzen des F.A. Finger-Instituts für Baustoffkunde der Bauhaus-Universität Weimar, der MFPA Weimar und des IAB Weimar. Gemeinsam decken die drei Partner die Innovationskette von der Grundlagenforschung über Materialforschung, Prüfung und anwendungsnahe Entwicklung bis zum Transfer in die Praxis ab.
Rund 500 Forschende arbeiten bereits heute am Standort Weimar im Bereich Bauforschung. Diese gewachsene Forschungslandschaft bildet eine wichtige Grundlage, um neue Technologien und Materialien nicht nur zu entwickeln, sondern gemeinsam mit Partnern aus Wirtschaft und Praxis unter realen Bedingungen zu erproben.
Für die MFPA Weimar bietet das neue Vorhaben die Möglichkeit, ihre Kompetenzen in der Materialforschung, Prüfung und Bewertung sowie bei der Entwicklung ressourceneffizienter und kreislauffähiger Lösungen in den gemeinsamen Forschungsverbund einzubringen.
Vom Labor auf die Baustelle
Mit dem Deutschen Forschungszentrum für zukunftsfähiges Bauen werden die Bauforschungskompetenzen der drei Standorte Weimar, Dresden und Stuttgart miteinander verbunden. Ziel ist es, Forschung stärker unter realen Bedingungen zu erproben und innovative Lösungen schneller in die praktische Anwendung zu überführen.
Dass das erste Forschungsvorhaben des DFZ Bau aus dem Weimarer Verbund hervorgeht, unterstreicht die Stärke der gewachsenen Zusammenarbeit am Standort. Mit dem Pilotprojekt wird das Bauen im Bestand zum konkreten Forschungs- und Praxisfeld für die Bauwende – und der Weg vom Labor auf die Baustelle weiter verkürzt.
